KERPEN.Das Zeichen steht für Solidarität: Es ist der Handschlag, den die neu gegründete Fraktion des Bürger Bündnisses Kerpen als Piktogramm in ihrem Briefkopf führt. Und dieses Logo birgt neben einer Rückbesinnung auf die sozialdemokratischen Wurzeln - das Motiv prangt auf dem Traditionsbanner der SPD - eine gewisse Ironie. Denn es war Zwietracht im Ortsverein Türnich / Balkhausen / Brüggen, die zum Austritt von David Held und Silvia Franck aus der SPD und damit zur Gründung der Gruppierung BBK geführt hatte.

Im Stadtrat am Dienstag hatte die BBK ihren ersten Auftritt. Und bevorzugte zur Premiere die leisen Töne. Der Rat hatte über notwendig gewordene personellen Änderungen in den Ausschüssen zu befinden. Ein heikles Thema, weil nur eine Stimme gegen die Neubesetzung der Gremien ein kompliziertes und zeitraubendes Verfahren nach sich gezogen hätte. Dann wäre eine Auflösung der Ausschüsse nötig geworden. Die Parteien jedoch demonstrierten eine seltene Einigkeit, votierten geschlossen für die Umbesetzung. So klang Erleichterung mit an, als Bürgermeisterin Marlies Sieburg sagte: „Ich danke Ihnen für diese einheitliche Abstimmung.“

Im Vorfeld hatte UWG-Fraktionschef Wolfgang Scharping angekündigt, den von der SPD überlassenen Sitz im Haupt- und Finanzausschuss zurückzugegeben, da die SPD durch die neue Fraktion hier eine Stimme einbüße. Ansonsten ändert sich an den Mehrheitsverhältnissen in den Ausschüssen, in denen Franck und Held nun als beratende Mitglieder firmieren, nichts.

Komplizierter wird auf jeden Fall die Ratsarbeit, da keine feststehenden Mehrheits-Blöcke mehr existieren. Wobei Manfred Steinberg (SPD) betont: „Ich sehe da gar nicht so schwarz. Es werden sich Mehrheiten bilden.“ Was bereits am Dienstag geschah: SPD, Grüne, UWG und eben auch BBK lehnten einen Antrag der CDU zur Geschäftsordnung ab. Ein Zeichen für die Zukunft? Fest steht, dass Held und Franck sich noch nicht öffentlich zu ihrer Marschrichtung bekannt haben.

– Quelle: www.rundschau-online.de ©2007

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