Kerpen-Horrem / Türnich -

Er begrüßt zwar, dass durch die Ansiedlung von Aldi und Rewe auf dem früheren Extra-Gelände Angebotslücken im Horremer Süden geschlossen würden, gleichzeitig bedauert er aber die damit verbundene Schließung des Rewe-Marktes an der Mittelstraße im Zentrum von Horrem: „Damit gibt es dort und im weiteren Umfeld in Kürze keinen einzigen Lebensmittelladen mehr. Die nächstgelegenen liegen entweder an der Rathausstraße oder am Sandweg.“

Ältere Menschen besorgt

Viele ältere Menschen, die im Horremer Stadtzentrum wohnten und über kein Auto verfügten, hätten ihn in den vergangenen Tagen angesprochen und ihm ihre Besorgnis mitgeteilt, berichtet Schorn: „Sie wissen nicht, wie sie zukünftig ihre tägliche Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellen können. Sie wären auf andere Menschen mit Auto angewiesen oder müssten ein Taxi benutzen. Zum Wohlfühlen in Horrem trägt dies sicherlich nicht bei.“

Dabei seien viele dieser Menschen in den vergangenen Jahren bewusst in Seniorenwohnungen, Eigentumswohnungen oder Mietwohnungen in den Bereich zwischen Friedrich-Ebert-Platz, Mühlengraben und Mittelstraße gezogen. Dabei seien häufig die zentrale Lage oder auch die gute Versorgungslage vor allem im Bereich des Lebensmittelhandels das ausschlaggebende Argument gewesen, schreibt Schorn an Bürgermeisterin Marlies Sieburg: „Teilweise wurden Senioren auch mit entsprechenden Werbeaussagen angelockt - damals sicher zu Recht.“

Schorn bittet die Bürgermeisterin, nach Nachmietern für die leer stehende Gewerbeimmobilie an der Mittelstraße zu suchen: „Dabei könnten auch die vielen Parkplätze in unmittelbarer Nähe ein wichtiges Argument sein.“

Auch in Türnich, Brüggen und Balkhausen gibt es Probleme mit der Nahversorgung. Das meint jedenfalls die BBK / UWG-Fraktion, nachdem bekannt wurde, dass der Rewe-Markt in Türnich 2013 schließt. David Held und Wolfgang Scharping ist es wichtig, dass auch dann ein Vollsortimenter in dem Stadtteil bleibt. Die Stadt Kerpen soll sich deshalb dafür einsetzen, dass der Rewe-Markt nach Brüggen ziehen kann. Aus einem Brief von Rewe an die Stadt geht hervor, dass das Unternehmen auch in Zukunft die Nahversorgung in dem Bereich sichern möchte. Rewe bittet die Stadt daher, eine Ansiedlung an der Heerstraße in Brüggen, am ehemaligen Kino, zu unterstützen. Scharping und Held bemängeln, dass in der Politik immer von dem „tollen Standort“ am Türnicher Marktplatz die Rede war. Schon vor Jahren hätten beide vorausgesagt, dass der Rewe irgendwann schließen müsse, weil das Gebäude zu klein ist, „aber da wurden wir für bekloppt erklärt“. Nun schweige die Politik seltsamerweise zum Thema, im Rat sei darauf nicht eingegangen worden.

Quelle: KSTA, Ralph Jansen und Britta Wonnemann, 16.07.2010